
Komm, wir spazieren mit Tobi, dem kleinen fliegenden Steinpilz aus meinem Kinderbuch „Aufregung im Eichenwald“, durch den winterlichen Wald. Neben Tobi trippeln seine Freunde – die Vögel, der neugierige Igel und das flinke Eichhörnchen Karli – durch das raschelnde Laub. Es sieht still aus, aber unter der Oberfläche ist richtig viel los. Pilze halten nämlich keine Winterruhe wie Tiere. Während Igel und Co. es gemütlicher angehen lassen, arbeiten Pilze weiter – leise, unsichtbar und unglaublich wichtig für den ganzen Wald. Genau wie in „Aufregung im Eichenwald“ lernen wir: Auch wenn jemand anders ist oder im Verborgenen wirkt, kann er Großes bewirken.
Mein Kinderbuch „Aufregung im Eichenwald“
Mein Kinderbuch handelt von einem kleinen Steinpilzjungen namens Tobi, der eine besondere Gabe besitzt: Er kann fliegen! Diese seltene Fähigkeit zum Fliegen hat nur er. Leider wird Tobi von den anderen Dorfkindern ausgeschlossen, weil er anders ist und fliegen kann. Tobi hat nur eine Freundin und seine Schwester, die zu ihm halten.
Eines Tages versteigt sich das kleine Eichhörnchen Karli in einem hohen Baum und kommt nicht mehr allein herunter – alle sind ratlos, wie sie Karli helfen können. Jedoch bald sind sich die Dorfkinder einig: Es kann nur einer Karli helfen – der kleine Tobi. Doch wird der Steinpilzjunge helfen?
Im Anhang des Kinderbuchs können die Kleinen noch Malen, Basteln, Rätseln und kindgerecht über einige Pilzsorten und Kastanien lernen.
Das Kinderbuch ab 4 Jahren enthält zahlreiche, von mir gefertigte, Illustrationen. Es werden Werte wie Mut, Toleranz, Verantwortung, Empathie, Ehrlichkeit, Selbstvertrauen, Gerechtigkeit und Dankbarkeit vermittelt.
Was Pilze im Winter wirklich tun
Pilze sind mehr als das, was wir als „Pilz“ sehen. Der sichtbare „Hut mit Stiel“ ist nur der Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz ist das Myzel – ein weit verzweigtes, weißes Fadennetz im Boden und in altem Holz. Und dieses Netz hat im Winter alle „Fäden“ in der Hand:
- Es zersetzt Laub, Zweige und abgestorbenes Holz – ein natürliches Recycling-Team, das Nährstoffe wieder frei macht.
- Es versorgt Bäume über feine Fäden mit Mineralstoffen und Wasser. Im Gegenzug geben die Bäume Zucker aus der Photosynthese ab. Diese Freundschaft heißt Mykorrhiza.
- Es stabilisiert den Boden wie ein unsichtbarer Teppich und hält den Wald zusammen.
- Es setzt Nährstoffe frei, die im Boden gespeichert werden.
- Es hilft, Wasser im Boden zu halten und transportiert Mineralien.
Wenn Du das Kindern erklären willst, hilft ein Bild: „Stell dir vor, der Wald trägt unter seiner Decke aus Laub ein kuscheliges Spinnennetz. Dieses Netz heißt Myzel. Es verbindet Pflanzen miteinander und passt auf, dass nichts verschwendet wird.“ In „Aufregung im Eichenwald“ zeigt Tobi uns, dass auch leise Helfer wichtig sind – so wie er mit seiner besonderen Fähigkeit am Ende allen Mut macht.
Warum Vögel, Igel und Eichhörnchen davon profitieren
„Und was hat der Buntspecht oder das Eichhörnchen davon?“, fragst du dich vielleicht. Eine ganze Menge! Wenn Pilze Laub und Holz abbauen, entsteht humusreicher, krümeliger Boden. Der speichert Feuchtigkeit, bietet Schutz und ist voller Leben. Auch im Winter gilt:
- Ein gesunder Waldboden ist wie eine Vorratskammer: Er bewahrt Nährstoffe, aus denen später wieder Samen, Pilze und Beeren wachsen können – wichtige Nahrungspunkte im Jahreslauf.
- In der lockeren Bodendecke finden kleine Tiere Unterschlupf und Wärmeinseln.
- Umgestürzte, von Pilzen durchwachsene Stämme bieten Verstecke für Insekten – und damit auch Futterplätze für Vögel.
So helfen Pilze indirekt den Freunden aus „Aufregung im Eichenwald“ – Vögeln, Igeln und Eichhörnchen –, ohne dass es laut zugeht. Ein stilles Teamwork, das man erst bemerkt, wenn man genauer hinschaut.
Winterpilze: Wer zeigt sich trotz Kälte?
Auch wenn es frostig ist: Einige Pilzarten bilden im Winter Fruchtkörper, besonders in milderen Phasen oder wenn es nach Frost wieder taut. Halte gemeinsam mit den Kindern Ausschau nach:
- Samtfußrübling (Flammulina): Kleine, orange-braune Hütchen mit samtig-dunklem Stiel, oft an totem Holz. Er kann sogar Frost überstehen.
- Austernseitling (Pleurotus): Graue bis bläuliche „Muscheln“ an Laubholzstämmen – wirken wie kleine Dachschindeln.
- Judasohren (Auricularia): Braune, geleeartige Öhrchen an Holunder oder anderen Laubhölzern; fühlen sich gummiartig an.
Tobi würde sagen: „Siehst du? Auch im Winter traut sich das Leben vor die Tür!“ Gleichzeitig bleibt der Großteil der Pilzarbeit unsichtbar im Boden – das ist das Spannende. Und was ist mit Steinpilzen? Die ziehen sich im Winter zurück. Wie Tobi, der fliegende Steinpilzjunge aus „Aufregung im Eichenwald“, bleiben Steinpilze in der kalten Zeit als Myzel „unter der Decke“ aktiv, ohne Fruchtkörper zu bilden. Ihr Fleiß ist trotzdem da – nur eben unsichtbar.
So helft ihr den Pilzen jetzt – im Garten und im Wald
Pilze brauchen keinen Winterschlaf, aber sie profitieren von unserer Rücksicht. Mit ein paar einfachen Schritten unterstützt ihr sie – und damit den ganzen Eichenwald-Kosmos:
- Zu Hause Laub- und Totholzecken zulassen: Ein kleiner, wilder Winkel im Garten oder auf dem Balkon (mit Laub in einer Kiste, ein paar kleinen Ästen) ist ein Hotel für Pilze, Käferchen und Co.
- Im Wald auf den Wegen bleiben: Das schützt das empfindliche Myzel im Boden.
- Fruchtkörper stehen lassen und staunen: Ein Foto sagt oft mehr als ein Korb. Wenn Sammeln erlaubt ist, dann nur maßvoll und nur sicher bestimmte Arten – Pilzbestimmung braucht Erfahrung.
- Keine Stämme „aufräumen“: Liegendes Holz ist kein Müll, sondern wertvoller Lebensraum und Pilzbuffet.
- Rücksicht auf Tiere: Vögel, Igel und unser Freund Karli brauchen Ruhe. Also lieber beobachten als stören – genauso achtsam wie Tobis Team in „Aufregung im Eichenwald“.
Kindern Pilze erklären – einfach, anschaulich, wertvoll
Kinder lieben Bilder. Probier es so:
- Unsichtbares Netz: „Pilze sind wie feine Telefonleitungen im Boden. Sie verbinden die Bäume miteinander, damit alle Bescheid wissen und sich helfen können.“
- Recycling-Team: „Pilze machen aus altem Laub neuen Waldboden. Ohne sie gäbe es bald keinen Platz mehr unter den Bäumen.“
- Anderssein als Stärke: „Manchmal sieht man nicht, wie wichtig jemand ist. Tobi ist anders – und gerade das hilft ihm, Karli zu retten. So ist es auch mit Pilzen: Sie sind anders als Tiere und Pflanzen, aber unverzichtbar.“
Verknüpfe Wissen mit Werten aus „Aufregung im Eichenwald“: Mut (Fragen stellen, genau hinschauen), Toleranz (Unterschiede schätzen), Rücksicht (nichts zertreten, nichts mitnehmen, was bleibt).
Winter-Mitmachideen mit Tobi
Gemeinsam entdecken macht Spaß – und bleibt im Kopf.
- Pilz-Fotospaziergang: Sucht Baumstämme, Laubinseln und schattige Ecken. Welche Farben findet ihr? Wer entdeckt Samtfußrüblinge, Austernseitlinge oder vielleicht Judasohren? Fotos sammeln, und zu Hause gemeinsam anschauen.
- Pilz-Tagebuch: Ein kleines Heft, in das ihr Datum, Fundort, Wetter und Skizzen klebt. Kinder können Formen nachzeichnen: „Muschel“, „Hut“, „Öhrchen“. Ergänze ein paar Zeilen aus eurer Lieblingsstelle in „Aufregung im Eichenwald“ – so wird Naturwissen zur Erinnerungsgeschichte.
- Ausmalbilder & Basteln: Drucke winterliche Ausmalbilder mit Pilzmotiven aus und bastelt ein „Pilz-Memory“ (kleine Kärtchen mit selbst gezeichneten Pilzen). Wer findet die Paare zuerst – Tobi oder Karli?
- Mini-Experiment: Ein Stück feuchtes Laub in eine Dose mit Luftlöchern legen, ein paar Tage kühl stehen lassen und dann mit Lupe schauen: Fäden? Weißes „Flaum“? So sieht Myzel aus! Danach das Material wieder in die Natur zurückgeben.
Verhalten im Winterwald – freundlich, leise, neugierig
Wenn wir schauen, lernen wir mehr. Damit euer Ausflug so respektvoll ist wie Tobis Rettungsaktion:
- Nicht treten, nicht reißen: Fruchtkörper stehen lassen. Sie sind die „Samenstreuer“ des Pilzes.
- Sammeln nur mit Erlaubnis und nur, wenn ihr euch sicher seid. Bei Unsicherheit lieber fotografieren statt essen.
- Alles an Ort und Stelle lassen: Kein Moos abziehen, keine Rinde lösen. Pilze und ihre Freunde brauchen ihre Wohnung.
- Leise beobachten: Besonders Vögel und unser Igel-Freund mögen ruhige Besucher. Karli freut sich über Abstand, damit er ungestört durch die Äste huschen kann.
Für Eltern: Wissen kurz und klar
- Pilze ruhen im Winter nicht wie Tiere; ihr Myzel bleibt aktiv und zersetzt organisches Material.
- Mykorrhiza funktioniert auch in der kalten Jahreszeit – Bäume profitieren von der Nährstoffmobilisierung.
- Winterfruchtkörper sind normal, aber witterungsabhängig. Samtfußrübling, Austernseitling und Judasohren sind typische „Kaltstarter“.
- Pädagogischer Ansatz: Naturbeobachtung verknüpfen mit Werten. „Aufregung im Eichenwald“ liefert die Brücke: Mut (genau hinschauen), Toleranz (Anderssein akzeptieren), Rücksicht (achtsames Verhalten).
Kindgerecht erklären: Unsichtbar wichtig – so wie Tobi einst unterschätzt wurde
In „Aufregung im Eichenwald“ wird Tobi erst ausgelacht und ausgeschlossen, weil er anders ist – bis alle merken, wie wertvoll seine besondere Fähigkeit ist. Genau so kannst Du Pilze erklären: Ihr wichtigster Teil ist unsichtbar, aber ohne ihn funktioniert der Wald nicht. Das unsichtbare Myzel ist wie Tobis Mut: Man sieht es nicht sofort, doch es wirkt – leise, beständig, für alle.
So eine Perspektive macht Kindern Mut, ihre eigenen Stärken zu entdecken. Und wenn Ihr dann gemeinsam eine mehrjährige Baumpilzkonsole am Stamm entdeckt oder Austernseitlinge nach einem Frostwechsel seht, schließt sich der Kreis: Jede und jeder hat eine Aufgabe, auch wenn sie nicht immer sichtbar ist.
Tobis Botschaft: Leise Stärke zählt
Im Winter ist der Wald stiller – doch die Arbeit der Pilze läuft. Sie verbinden, versorgen, verwandeln. So wie Tobi in „Aufregung im Eichenwald“ mit seiner besonderen Gabe zu einem starken Freund wird, zeigen uns Pilze, dass das Unsichtbare oft das Wichtigste ist. Erzähl den Kindern davon, wenn ihr zusammen durch die kahlen Eichen schaut: „Unten spinnt der Wald seine Fäden – und oben passt Tobi auf uns auf.“
Wenn Du diese Mischung aus Naturwissen, Herz und liebevollen Illustrationen magst und Lust auf mehr Tobi-Magie hast, schau dir mein Kinderbuch „Aufregung im Eichenwald“ zum gemeinsamen Vorlesen an – vielleicht genau die richtige Begleitung für eure nächsten Winterspaziergänge.


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