Sabine Kodatsch

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Die Baumrinde – Teil 1

von | 9. Mrz 2024 | 0 Kommentare

Ein Wunder der Natur

Habt ihr euch schon einmal Gedanken über die Baumrinde gemacht? Sie umhüllt den Stamm und die Äste von Bäumen und Sträuchern. Oft nehmen wir sie bei einem Spaziergang durch den Wald gar nicht bewusst wahr – sie ist einfach da. Doch die Rinde ist weit mehr als nur eine äußere Hülle. Sie spielt eine entscheidende Rolle im Leben der Bäume. In diesem Blogbeitrag möchte ich euch näherbringen, warum die Baumrinde so wichtig ist.

Wie ist die Rinde aufgebaut?

Die Baumrinde besteht aus drei Schichten: Kambium, Bast und Borke.

  1. Kambium: Diese innerste Schicht ermöglicht es dem Baum, im Laufe der Zeit dicker zu werden. Ähnlich wie das Wachstum von Kindern, die mit jedem Jahr ein Stückchen größer werden, erlaubt das Kambium dem Baum, sich auszudehnen.
  2. Bast: Die mittlere Schicht des Rindenmantels ist immer feucht und weich. Sie spielt eine wichtige Rolle im Transport von Wasser und Nährstoffen. Vom Blätterdach bis zu den Wurzeln – der Bast sorgt dafür, dass alles Notwendige an den richtigen Ort gelangt.
  3. Borke: Die äußerste Schicht der Rinde besteht aus abgestorbenen Teilen des Bastgewebes und Kork. Wenn wir von der Rinde sprechen, meinen wir eigentlich die Borke. Sie ist wie die schützende Haut eines Baumes.

Die vielfältigen Funktionen der Baumrinde

Die Baumrinde erfüllt lebenswichtige Aufgaben für den Baum:

  1. Schutz vor Verletzungen: Ähnlich wie unsere Haut schützt die Rinde den Baum vor äußeren Einflüssen. Wenn die Rinde beschädigt wird – sei es durch Tiere, Menschen oder andere Umstände – tritt Harz aus. Dieses Harz verschließt die Wunde und verhindert, dass Pilze oder Bakterien eindringen. Anders als Blut bei uns Menschen fließt in den Pflanzen kein Saft, sondern Harz.
  2. Hitzeschild und Wasserspeicher: Die Borke dient als Hitzeschild und schützt das Innere des Stammes vor Feuer. Sie verhindert auch unnötigen Wasserverlust. An heißen Tagen kann die Borke den Baum vor Austrocknung bewahren.
  3. Gerbsäurehaltig und unappetitlich: Die Baumrinde enthält oft Gerbsäure. Diese Substanz schmeckt Insekten überhaupt nicht. So bleibt der Baum von hungrigen Käfern und anderen Schädlingen verschont.
  4. Wundheilung: Das Kambium bildet Wundholz, das nach und nach die Verletzungen schließt. Ähnlich wie unser Körper Narbengewebe bildet, repariert der Baum seine Wunden.
  5. Zuckerverkehr: Der Bast transportiert Zuckerverbindungen, die bei der Photosynthese in den Blättern entstehen, bis in die Wurzeln. Dieser Transport ist jedoch keine Einbahnstraße – er funktioniert in beide Richtungen.

Die innere Energieversorgung der Bäume

Im Frühjahr, wenn die Tage länger werden und die Natur erwacht, beginnt ein bemerkenswerter Prozess. Die im Herbst eingelagerten Energiereserven – von den Wurzeln gespeichert – werden nach oben gedrückt. Dieser Saftstrom ist die einzige Möglichkeit, die Wurzeln mit Energie zu versorgen. Doch was passiert, wenn dieser Fluss durch die Baumrinde unterbrochen wird?

Die Rolle des Kambiums und die Besonderheit der Korkeiche

Das Kambium, die innerste Schicht der Rinde, spielt eine entscheidende Rolle. Es ermöglicht dem Baum, im Laufe der Zeit dicker zu werden – vergleichbar mit dem Wachstum von Kindern. Bei der Korkeiche bleibt das Kambium am Holz, selbst wenn die äußere Rinde geschält wird. Dadurch kann die Rinde erneuert werden – eine bemerkenswerte Anpassung.

Verletzungen der Rinde und ihre Ursachen

Tiere wie Rehe und Rothirsche können die Rinde verletzen, indem sie Triebspitzen und Rinde fressen. Aber auch Menschen, zum Beispiel mit Baumaschinen, können Schäden verursachen. Diese Verletzungen gefährden den Baum, doch die Natur hat ihre eigenen Mechanismen.

Wassertransport und das Leben im Inneren

Das Wasser, das von den Wurzeln aufgenommen wird, gelangt über spezielle Leitungsbahnen im Holz nach oben. Interessanterweise ist das Holz selbst tot. Daher können innen hohle Bäume überleben, solange ihre Rinde intakt ist.

Warum Bäume ihre Rinde abwerfen

Wenn ihr im Wald auf abgeplatzte Rindenstücke stoßt, denkt nicht, dass der Wald krank ist! Im Gegenteil – das Abwerfen der Rinde ist ein natürlicher Prozess. Bäume befreien sich von zu enger Haut, wenn sie stark wachsen. Besonders Platanen zeigen dieses Phänomen im Sommer nach regenreichen Frühjahren.

Rinde als ungewöhnliche Mahlzeit

Ihr werdet vielleicht denken: “Rinde essen? Das klingt aber komisch!” Aber tatsächlich ist es wahr. Wenn die Baumart nicht giftig ist, kann die Rinde gegessen werden. Besonders das nahrhafte Kambium, eine Schicht in der Rinde, eignet sich zum Verzehr. In Zeiten von Nahrungsmittelknappheit kann sie eine wertvolle Quelle für Vitamine, Zucker und Ballaststoffe sein.

Historische Spuren und moderne Anwendungen

Schon im Altertum haben Menschen Baumrinde gegessen. Die Ureinwohner Amerikas verarbeiteten getrocknete Rinde zu Mehl – ein cleverer Weg, um sich zu ernähren. Doch auch heute hat die Rinde ihren Platz:

  • Kräutermedizin: In der Naturheilkunde wird Rinde verwendet, um Heilmittel herzustellen. Vielleicht habt ihr schon einmal von Aspirin gehört – auch hier spielt Rinde eine Rolle.
  • Gewürze: Wisst ihr, dass Zimt aus der Rinde eines bestimmten Baums gewonnen wird? In Asien wachsen verschiedene Zimtbäume. Man schält die Rinde ab, mahlt sie zu Pulver und verwendet sie gerne als Gewürz. Ihr könnt sogar Stängel aus eingerollter Rinde kaufen und sie zum Beispiel in euren Tee geben.
  • Kork und Zapfen: Die Rinde der Korkeiche und des Amur-Korkbaums ist besonders vielseitig. Alle sieben Jahre wird sie in großen Stücken abgelöst. Aus diesem Kork kann man Flaschenverschlüsse und andere Dinge herstellen. Zerhackter Kork dient sogar als Dämmstoff für Häuser.

Säuren und Gerben

Wusstet ihr, dass die Rinde vieler Bäume Säuren enthält? Schon vor vielen Hundert Jahren wussten die Menschen um ihre besonderen Eigenschaften. Diese Säuren werden zum Gerben von Tierhäuten verwendet – ein wichtiger Schritt bei der Herstellung von Leder.

Essbare Baumrinde: Ein Abenteuer für kleine Entdecker

Wusstet ihr, dass nicht alle Rinden gleich sind? Einige könnt ihr sogar essen. Lasst uns herausfinden, welche Bäume essbare Rinde haben.

Welche Bäume haben essbare Rinde?

Viele heimische Bäume bieten uns eine leckere Überraschung: ihre Rinde! Aber Vorsicht – nicht alle Bäume sind essbar. Die Wilde Kirsche, die Eibe und der Eukalyptus haben giftige Rinde. Doch diese Bäume könnt ihr bedenkenlos probieren:

  1. Kiefer: Die Kiefer hat eine schmackhafte Innenrinde. Sie schmeckt leicht süßlich und ist ein echter Energiekick.
  2. Hänge-Birke : Diese weit verbreitete Laubbaumart hat eine papierartig-dünne Außenrinde. Doch das Beste ist das süßliche Kambium darunter. Einfach von der Rinden-Innenseite auskratzen und genießen!
  3. Linde: Die majestätische Linde hat ein Kambium, das sich ebenfalls zum Naschen eignet. Es schmeckt süß und lässt sich leicht aus der Rinde kratzen.
  4. Weide: Die Rinde der Weide ist etwas bitter, aber dennoch essbar. Vielleicht mögt ihr ihren besonderen Geschmack.

Wie bereitet man Baumrinde zu?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Baumrinde zuzubereiten

  • Kochen: Ihr könnt Rindenstreifen in Wasser kochen. Das erinnert ein bisschen an Nudeln.
  • Braten: In Öl gebraten, wird die Rinde knusprig und lecker.
  • Backen: Verarbeitet die Rinde zu Mehl und backt damit – eine spannende Alternative!
  • Roh genießen: Die papierdünne Birkenrinde könnt ihr sogar roh essen. Sie ist ein echtes Naturwunder.

Auch Tiere lieben Baumrinde

Nicht nur wir Menschen sind Fans von Baumrinde. Auch zahlreiche Tiere knabbern gerne daran. Rotwild, Rehwild, Gämse, Biber und kleine Nagetiere wie Mäuse, Hasen, Eichhörnchen und Siebenschläfer schätzen die Rinde als Nahrung.

 

(1).. https://www.mein-schoener-garten.de/lifestyle/natur-tiere/baumrinde-39262

(2).. Rinde – Klexikon – das Kinderlexikon (zum.de)

(3).. Baumrinde essen » So bereiten Sie sie zu (gartenjournal.net)

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