Sabine Kodatsch

Der Blog

Interessante Beiträge zu mir und meinen Büchern

Wildbienen

von | 25. Nov 2022 | 0 Kommentare

„Wenn die Obstbäume blühen, dann kannst du darin ein vielstimmiges Summen und Brummen hören. Bienen, Hummeln und Schwebfliegen suchen nach Nahrung und bestäuben dabei die Blüten. Das ist wichtig, denn nur aus bestäubten Blüten werden später auch Früchte.

Die meisten Bienenarten sind Wildbienen

Wusstest du, dass nicht alle Bienen, die du an den Blüten siehst, Honigbienen sind? Auch Wildbienen sind dort unterwegs. Es gibt 561 verschiedene Wildbienenarten in Deutschland. Davon bilden nur wenige Arten Staaten oder Völker – genau wie die Honigbiene.

Sie leben aber nicht im Bienenstock beim Imker, sondern zum Beispiel in alten Mäuselöchern, in Baumhöhlen oder in Vogelnistkästen. Die allermeisten Wildbienenarten sind Einzelgänger und leben alleine. Sie werden auch “Einsiedlerbienen” genannt.

Diese Bienen brauchen keinen Unterschlupf für sich selbst, verwenden aber Nisthöhlen für ihre Brut. Dazu graben sie kleine Löcher im Boden oder sandigen Hängen, nutzen Käferbohrgänge in morschem Holz oder Höhlungen in alten Mauern. Eine Wildbienenart nutzt sogar leere Schneckenhäuser.“(3)

„Nahrungs- und Nistgewohnheiten der Wildbienen sind sehr unterschiedlich. Gerne angenommene Lebensräume für Wildbienen sind besonnte Waldränder und Waldlichtungen sowie sehr offene Wälder mit ausreichender Bodenflora, nie dichte Waldstrukturen.“(1)

„Manche Wildbienen-Arten sind bei uns selten geworden. Das liegt unter anderem daran, dass ihre natürlichen Lebensräume zerstört werden.

So wird nicht nur ihre Nahrung knapp, sondern sie finden auch immer weniger geeignete Nistplätze. Einigen Arten jedoch kannst du selbst helfen: Mit dem Bau geeigneter Nisthilfen.

So baut die Wildbiene ihren Nistplatz

Viele Wildbienen-Arten suchen sich zum Nisten kleine Hohlräume, in die sie mehrere Nistkammern hintereinander bauen. Das machen sie so: Zuerst legen sie in der Nistkammer einen Proviant für den Nachwuchs an (z.B. Pollen und Nektar) und legen dann ein winziges Ei dazu. Dann verschließen sie die kleine Höhle mit etwas Sand, Lehm, Pflanzenteilen oder auch winzigen Holzstückchen.

Fest verschlossene Nistkammer

Nun kommt die nächste Nistkammer, die einfach vor den Deckel gebaut wird. Wieder füllt die Biene die Kammer mit Pollen, legt ein Ei hinein und schließt die Kammer zu. Das macht die Biene so lange, bis der schmale Hohlraum mit mehreren Nistkammern gefüllt ist. Zum Schluss kommt ein fester Deckel auf die Niströhre, der die Eier vor räuberischen Insekten und Vögeln schützt.

Überwintern als Puppe

Wenn die Larven aus den Eiern schlüpfen, ernähren sie sich von dem Vorrat in ihrer Nistkammer. Wenn sie ausgewachsen sind, verpuppen sie sich und schlüpfen erst nach Wochen oder Monaten. Viele Arten überdauern als Puppe den Winter in der Niströhre und schlüpfen erst im nächsten Frühjahr.“(3)

„Anders als Honigbienen leben Wildbienen nicht beim Imker und die meisten Wildbienen-Arten bilden auch keinen Staat. Sie sind Einzelgänger und werden deshalb “solitär lebende Bienen” genannt. Mit einer Nisthilfe kannst du die nützlichen und friedlichen Tiere in euren Garten locken.

Willkommen im Hotel Wildbiene!

Was machen die Bienen im Bienenhotel?

Den Begriff “Bienenhotel” hast du bestimmt schon gehört. Er ist ein bisschen verwirrend, denn ein Bienenhotel ist kein Übernachtungsplatz für Bienen, sondern eine Nisthilfe. In den Röhren der Nisthilfe legen die Wildbienen ihre Eier ab. Die Brut wächst darin geschützt heran und schlüpft im nächsten Frühjahr. An sonnigen Tagen im Frühjahr kannst du die Wildbienen an deiner Nisthilfe beim Nestbau beobachten. Übrigens brauchst du vor Wildbienen keine Angst zu haben: Sie sind sehr friedlich.

Nisthilfe nach Osten ausrichten

Wenn du eine der unten beschriebenen Nisthilfen gebaut hast und aufhängen willst, dann suche dir einen sonnigen, trockenen Platz und richte die Öffnungen deines Bienenhotels möglichst nach Osten aus. Die ersten Wildbienen werden deine Nisthilfe schon im März besuchen, aber auch im weiteren Verlauf des Frühlings und noch im Frühsommer kannst du dort Wildbienen beobachten.

So baust du eine Nisthilfe aus Holzklötzen

Das brauchst du:

Klötze oder Scheite aus Hartholz (du kannst zum Beispiel Birke, Buche, Esche, Eiche, Pflaume oder Apfel nehmen), einen Akku-Bohrer mit Holzbohrern zwischen 3 und 10 mm Stärke, Rundfeilen in den passenden Größen oder Schmirgelpapier und einen langen Nagel.

Das tust du:

Bohre mit dem Holzbohrer verschieden große Löcher in eine Längsseite des Holzklotzes (mehr kleine Löcher als große). Achte darauf, dass du die Klötze nicht ganz durchbohrst, denn die Bienen nehmen nur geschlossene Röhren als Brutplätze an. Nach dem Bohren schmirgle die Löcher von innen etwas aus, damit keine Späne hervorstehen, die die Bienen verletzen können. Benutze dafür eine Rundfeile oder einen Nagel, den du mit Schmirgelpapier umwickelt hast. Fertig ist dein Bienenhotel.

So baust du eine Nisthilfe aus Bambushalmen

Wenn ihr Bambus im Garten habt oder du jemanden kennst, der gerne welchen abgibt, dann kannst du auch eine Nisthilfe aus Bambusstäben bauen. Das ist sogar noch einfacher als die Nisthilfe aus Holzklötzen.

Das brauchst du:

Bambusstangen, eine scharfe Rosenschere und eine leere, saubere Konservendose.

Das tust du:

Schneide die Stangen mit der Rosenschere in ca. 20 cm lange Stücke. Achte darauf, dass du immer hinter den Knoten abschneidest, an denen die Halme dicker sind. Dadurch haben deine Nisthöhlen einen natürlichen Abschluss. Stecke so viele Halme in die saubere Konservendose, dass sie fest darin sitzen (sie dürfen ruhig oben herausschauen). Fertig!“(4)

„Unterschiede zwischen Wild- und Honigbiene

Wildbiene

Es gibt mehr als 2.500 Wildbienenarten in Europa, wovon über 570 (inklusive Hummeln) in Deutschland leben. Sie ist eher ein Einzelgänger und bekommt nicht allzu viele Nachkommen. Mehr als die Hälfte der Wildbienenarten nistet unter der Erde und bevorzugt Sand- und Lehmflächen zum Bauen. Oberirdisch nistende Arten , wie Mauerbienen, benutzen häufig bereits vorhandene Nester, die andere Insekten gebaut haben.

Die Wildbiene stellt keinen Honig aus dem Nektar her, sondern verbraucht ihn direkt. Neben Nektar sammeln Wildbienen auch Pollen. Den Pollen transportieren sie in ihre Nester, wo er für den Nachwuchs als Nahrungsvorrat bereitliegt. Diesen holen sich manche Bienen von ganz bestimmten Pflanzen. Um genug Pollen zu sammeln müssen Bienen viele Blüten anfliegen. Dabei wird der Pollen von Blüte zu Blüte getragen , was den Pflanzen bei der Fortpflanzung hilft. Manche Pflanzenarten können sich sogar ohne die Biene gar nicht fortpflanzen und sind somit von ihr abhängig. Andere Wildbienen sind da nicht so wählerisch und ernähren sich von der Pflanze, an der sie gerade vorbei kommen.

Honigbiene

Es gibt auf der ganzen Welt neun Honigbienenarten, wovon acht aus Asien kommen. Sie leben in Bienenstöcken, ihr Volk besteht aus bis zu 50.000 Bienen. Im Gegensatz zur Wildbiene können sie bis zu 1.500 Eier täglich legen. Sie ernähren sich vom Blütenstaub und Nektar einer Pflanze, aus der sie dann den Honig als Vorrat für den Winter herstellen.

Eine Honigbiene sticht nur zu, wenn sie sich bedroht fühlt. Denn sobald eine Biene zugestochen hat verliert sie ihren Stachel, ohne den sie aber nicht überleben kann. Die meisten Wildbienen stechen nicht. Ihre Stachen sind häufig zu klein, um die Haut zu durchstechen und sie sind nicht aggressiv. Von einer Wildbiene gestochen zu werden ist auch nicht so schmerzvoll wie von Wespe oder Honigbiene gestochen zu werden. Wenn dir also eine Biene zu nah kommen sollte, dann versuche nicht nach ihr zu schlagen oder ihr weh zu tun,  verhalte dich am besten ruhig. Meist lassen sich die friedlichen Blütenbesucher ungestört beobachten. Falls es aber doch vorkommen sollte und du gestochen wirst, dann sollte zuerst der Stachel mit einer Pinzette entfernt werden. Anschließend gibt es viele ,,Erste-Hilfe-Maßnahmen“, die zur Heilung beitragen. Beispielsweise kann die Stelle gekühlt werden oder eine aufgeschnittene Zwiebel darauf gelegt werden.“(2)

„Vom Aussterben bedroht

Wildbienen sammeln zwar keinen Honig wie die Honigbienen, sondern verbrauchen den Nektar sofort. Sie sind für uns aber trotzdem sehr wichtig, weil sie unsere Nutzpflanzen bestäuben und so dafür sorgen, dass wir Obst und Gemüse zum Essen haben.

Leider sind viele Wildbienenarten vom Aussterben bedroht. Das liegt unter anderem daran, dass viele Arten auf bestimmte Blumen spezialisiert sind. Weil es aber nicht mehr so viele verschiedene Blumen gibt, auf den Feldern nur bestimmte Nutzpflanzen angebaut und Gifte gegen Unkräuter und Insekten gespritzt werden, finden sie keine Nahrung mehr. Wenn in deinem Garten Wildbienen nisten, solltest du dich also freuen. Sie setzen sich auch nicht wie Wespen auf Kuchen.

Hilfe für Wildbienen

Du kannst ihnen helfen, indem du in deinem Garten oder Balkon zum Beispiel viele heimische Blumen wachsen lässt oder ein Wildbienenhotel anbringst. Das hat viele Röhren, zum Beispiel aus Schilf. Ein typischer Nutzer von Bienenhotels ist zum Beispiel die Rote Mauerbiene. Sie sieht aus wie eine kleine Hummel, weil sie etwas runder und kürzer ist als eine Honigbiene. Sie hat einen dichten, rötlich-braunen Pelz. Ein Wildbienenhotel kannst du kaufen oder auch selbst bauen, indem du zum Beispiel hohle Stängel in einer leeren Konservendose bündelst und aufhängst. Die Stängel müssen dabei waagerecht liegen.“(5)

„Wie funktioniert die Bestäubung?

Mit ihrem Duft und oft auffälligen Farben locken die Blüten Insekten an. Doch um an den süßen Nektar heranzukommen, muss das Insekt in die Blüte hinein krabbeln. Dabei berührt es den Staubbeutel, in dem der Pollen steckt. Ein wenig Pollen bleibt nun am Insekt hängen. In der nächsten Blüte streift das Insekt den Pollen wieder ab. Jetzt ist die Blüte bestäubt und kann Früchte und Samen bilden.

Übrigens:

Manche Pflanzen tragen mehr und größere Früchte, wenn sie nicht nur von einer, sondern von mehreren Insektenarten bestäubt werden.“(6)

„Übrigens Hummeln gehören zu den Wildbienen.“(7)

(1).. https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0539.pdf

(2).. https://www.bund-niedersachsen.de/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/fuer-kinder/#:~:text=Die%20Wildbiene%20stellt%20keinen%20Honig,Bienen%20von%20ganz%20bestimmten%20Pflanzen.

(3).. https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/tiere/insekten-spinnen/wildbienen.html

(4).. https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/naturschutz/so-baust-du-eine-nisthilfe-fuer-wildbienen.html

(5).. https://www.duda.news/wissen/wildbienen/

(6).. https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/tiere/insekten-spinnen/bestaeubung.html

(7).. https://www.br.de/kinder/hummel-gelb-schwarzer-riesenbrummer-kinder-lexikon-tiere-lexikon-100.html

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Wenn du die Kommentarfunktion verwendest, wird neben den Daten, die du eingibst, aus Sicherheitsgründen auch für 60 Tage deine IP-Adresse gespeichert. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert. Weitere Informationen über die Datenspeicherung und -Verarbeitung findest du in meiner Datenschutzerklärung.

Mein aktuelles Buch

Titelbild des Buches Tobi der fliegende Pilz

Tobi, der fliegende Pilz

Gebundene Ausgabe

ISBN-13: 978399064398-3
Format: Hardcover
Erscheinungsdatum: 2018-09-03
Seitenzahl: 70 Seiten

Jetzt bei Amazon kaufen

SABINE KODATSCH